Unser Verein

Romanauszüge, Kurzgeschichten, Lesebühnentexte, Gedichte und Theater auf einem Gutshof in Mecklenburg-Vorpommern. Prosanova ist ein kleines Literaturfestival in der Natur. Für das Picknick am nahen See und tanzen am Abend ist aber auch noch Zeit. Versprochen.

Angefangen hat Prosanova 2004 als Kneipenabend mit Texten, also als klassische Lesebühne. Lesebühnenautor:innen schreiben viel, kurz, sehr oft eher amüsant und vor allem redigiert niemand die Texte. Bei Lesebühnen kann man Glück haben und die nächste große Erfolgsschriftstellerin vorfinden oder eben auch nicht. Auf Lesebühnen stehen professionelle Autoren neben Gelegenheitsschriftstellern, alles ist drin.

Prosanova hat sich weiterentwickelt. 2017 beschloss das Gründungsmitglied und Programmleiterin Katharina Lifson, dass es Zeit für Veränderung wird und verlegte die Prosanova von Rostock in die Mitte von Mecklenburg und Vorpommern. Seit dem ist Prosanova MV ein dreitägiges Ferienlager für Literaturfreunde und Literaturfreundinnen. Der Begriff Ferienlager beschreibt das Gefühl wohl am ehesten. Künstler:innen und Publikum verbringen einfach drei Tage gemeinsam mit Lesungen, Picknick, baden gehen, tanzen, spazieren gehen usw.

Das Programm geht inzwischen weit über Lesebühnentexte hinaus. Romanauszüge, Lyrik, Theater, Live-Musik und Workshops sind dazugekommen.

METIS e.V.

Der gemeinnützige Verein METIS e. V. befasst such hauptsächlich mit Kinder- und Jugendprojekten in der schulischen und außerschulischen Leseförderung und politischen Bildung. Seit 2015 erarbeitet die Vorsitzende Katharina Lifson digitale Vermittlungskonzepte, die auch bei METIS e.V. Anwendung finden. Ebenso arbeitet Dorit Linke, 2. Vorsitzende, seit etlichen Jahren in digitalen Formaten. Eine gelungene Kombination aus analog und digital, Präsenz- und Online-Veranstaltungen zu etablieren, ist der Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Mit Prosanova MV gehen wir allerdings einmal im Jahr raus aus dem virtuellen Raum und einfach auf die Wiese am Fluss und lesen uns etwas vor.

Was andere sagen

„Das Beste sind das Frühstück, weil es den ganzen Tag dauert und das Tanzen, weil es die ganze Nacht dauert. Die Lesungen gehören zu beidem dazu. Man hängt eben zusammen rum (…)“

DAS MAGAZIN

Franziska Hauser

Als wir noch so viel zu tun hatten, mit Urlauben und Kulturveranstaltungen, konnte eine von uns in den letzten Jahren immer nicht dabei sein und wir lasen unsere Texte auf Video, für Prosanova MV, dem mit Sicherheit gemütlichsten aller Literaturfestivals. Die Videos liefen beim Frühstück, weil nach den Lesungen am Abend, alle zu betrunken waren, um sich länger auf Literatur zu konzentrieren, oder nur noch tanzen wollten, um nicht mehr so betrunken zu sein. Letztes Jahr waren wir dann doch alle da. Die drei vom Magazin: Kirsten Fuchs, Susanne Schirdewahn und Franziska Hauser, in Form unserer gemeinsamen Lesebühne: Des Esels Ohr und packten einen Haufen Magazine auf den Büchertisch. Als wir gerade alle so gemütlich waren, auf der Wiese lagen, im winzigen Recknitzberg an der Recknitz, wo es weder Inter- noch Handy – Netze gibt, aber dafür die besten veganen Bio-Burger der ganzen großen Welt, sagte Kirsten zur Veranstalterin: „Könnte man ja nächstes Jahr vielleicht mal bisschen Werbung im Magazin machen, meinste nicht?“ Die Veranstalterin blinzelte in die Sonne „Bloß nicht, dann kommen ja so viele Leute!“ Wir vertrödelten also weiter die Sommertage mit baden, spazieren und essen. Wir gaben am Abend ein paar Geschichten her und nahmen welche auf, verplemperten die Nächte, Cocktails trinkend und sorglos herumflirtend mit fremden Mecklenburgern, die sich irgendwie ganz vertraut anfühlten und waren herausgebeamt, aus der Welt, in der wir normalerweise funktionieren. Dieses Jahr erinnern wir uns einfach an letztes Jahr.

Kisten Fuchs

https://www.facebook.com/KirstenFuchsAutorin

Das ist doch immer das gleiche: kaum ist was schön wollen dann alle hin, aber bei Prosanova ist es nicht so voll wie es schön ist. Dann müsste es so voll sein, dass es schon wieder nicht schön wäre. Wer will das eigentlich? Ganz vorsichtig vielleicht? Mit netten Menschen?

Ich will nicht untertreiben, aber es hatte etwas von Paradies letztes Jahr. Es waren Kinder da, die den Besuchern die Zukunft aus der Hand lasen oder ihnen Zöpfe flochten. Es gab eine große Gruppe syrischer Geflüchteter, die jeden Tag kochte und grillte, tanzte und sang und ein bisschen versuchte bei den Lesungen zuzuhören. Die Lesungen waren draußen, danach wurde sehr wild und lange getanzt.

Wir waren zweimal nackt baden, einmal in einem Fließ, einmal in einem See, dann sind wir zurück auf den Recknitzberg gelaufen an einer Landstraße entlang und haben Kirschen vom Wegrand gegessen. Ich war überascht, dass ich keinen Campingbeutel auf dem Rücken hatte mit einem Anhänger meiner Adresse in Ostberlin und einem Anhänger des Ferienlagers, in dem ich gerade war.

Schon das Wort Campingbeutel macht mich ganz fertig vor Rührung. Schlimm und schön war, dass es wirklich kein Internet auf dem Recknitzberg gibt. Ich habe darunter gelitten und es genossen. Ist das jetzt klug das zu erwähnen, wenn man Menschen anlocken will? Vielleicht eben nur die, die gut zum Recknitzberg passen und sich das bis nächstes Jahr merken können.

Susanne Schirdewahn

https://www.facebook.com/susanne.schirdewahn

Dass wir da hinfahren würden, um unsere Geschichten vorzulesen, stimmt ja nur bedingt. Als Autor will man ja immer was erleben, um dann hinterher auch was Gutes darüber schreiben zu können, so mit Einfühlfaktor. Wie es zum Beispiel ist, sich einfach mal die Kleider vom Leib zu reißen und in die kalten Fluten zu stürzen, ist ja nur das Eine. Franzi hat natürlich gleich mal Fotos machen müssen und die dann auf Instagram gestellt. So habe ich warten müssen, bis es dunkler wurde und man keine eindeutigen Fotos mehr machen konnte, um mich dann mal richtig gehen zu lassen und was zu erleben, wozu nur ich Bilder im Kopf habe. Jetzt weiß ich nämlich, was Fisimatenten heißt. Man hält bis früh morgens am Feuer mit viel Bier aus, besucht sich dann in einem Zelt und hat hinterher vielleicht Ärger oder eben genau nicht. Das Gefühl im Bauch ist herrlich nach so einer Zeltnacht, wenn man zurück ins Zimmer schleicht und einen die Kirsten gleich direkt fragt: Wo warst Du denn die ganze Zeit? Ich habe natürlich erst mal nichts erzählt. Fisimatenten machen ist großartig, ich freue mich umso mehr aufs Campieren und Charmieren, wenn ich das jetzt noch ein Jahr lang vermissen muss.