Hier steht eine interessante Kolumnenüberschrift Hier steht eine interessante Kolumnenüberschrift bzw. Hallo!

Beginnen wir mit einer Anmerkung in eigener Tasche. Vor einigen Jahren „bat“ mich die Chefredakteurin eines in Rostock erscheinenden Szene-Journales um eine monatliche Kolumne (für umgerechnet 30 Euro pro Artikel) mit dem Titel: Dem Langhans sein Monolog. Der Titel sei übrigens nicht verhandelbar. Nun, ich hatte ein wenig Zeit; und damals waren 30 Euro immerhin so um die 60 DM wert und überhaupt – wer wollte in jenen lebensfrohen Zweitausenderjahren dieser Chefredakteurin eines großzügigen Szene-Journales schon widersprechen? Wegen dem bißchen rustikaler Grammatik! Viele Betroffene haben sie ja mittlerweile mal richtig kennenlernen dürfen, vor wie auch hinter den Kulissen des Prosanova-Festivals, Mecklenburg-Vorpommerns folgerichtigstem Literaturwochende im Freien mit Getränkeausschank, Gutshauserotik und Disco.

Und als Katharina Lifson (s.o.), die, wie man in Christenkreisen weiß, niemals nur halbe Kreuzungen projektiert, wenn sie schon mit Hammer und einem Sack voll Nägeln in der Kulturlandschaft unterwegs ist, als sie also vorgestern anrief und mir mit einer als Bitte getarnten Anweisung übermittelte, eine Kolumne für diese Seite zu schreiben…nun, ich hatte ein wenig Zeit; und das Engagement bei dem knausrigen Szene-Journal war wegen der Höhe meiner Honorarforderung (30 Euro) inzwischen beendet. 

Den Titel der Kolumne, ließ sie mich noch wissen, würde ich ja bereits kennen. Und er sei übrigens nicht verhandelbar. Und nein, „Dem Langhans ihr Monolog“ wäre weder hilfreich noch lustig, und wenn ich so weitermachte, könne ich mich ja mal in Christenkreisen über sie erkundigen, und…

Na, warum sich streiten, wenn man doch viel lieber mit uns allen in einem gedachten Nachen über den geborgenen Prosanova-Waldsee gleiten möchte, die Artigkeiten und Wärtigkeiten des übrigen Jahres am Ufer liegen lassend. Inmitten weiter gelber Felder auf der Höhe ihrer Zeit, um uns herum nur der Tarngürtel eines laubgewordenen Vashti-Bunyan-Liedes.

Und vielleicht noch dieser furchtbare Eingeborene auf seinem Motorrad, der immer durch den schönen Recknitztalsommer knattert, als sei er einem Ingo-Schulze-Roman oder der Sächsischen Schweiz entfahren, allerdings ohne Wehrmachtshelm und Totenkopf-T-Shirt, soweit man das beobachten konnte.

Apropos Helm. 

Aufgrund halberzgebirgscher Herkunft verbrachte ich seit den 1970ern sehr viel schöne Ferienzeit bei meinen Großeltern in Jahnsbach/Erzg. Als Hochdeutschsprachler betrachtete man mich da unten mit gehörigem Respekt; meine Freunde von dort wiederum verfügten stets über das allerneueste Depeche Mode-Liedgut. Mein Freund Frank besaß noch zudem etliche gesammelte Feuerwehrdevotionalien. Darunter einen Feuerwehrhelm, der nicht übel einem Wehrmachtshelm ähnelte, jedoch rot angestrichen. Im Februar 1990, zum Ende einer Geburtstagsfeier, marschierte ich, angetan mit dem Helm und grimmig lachend, das Dorf hinunter, auf der Suche nach A.f.D.- und F.D.P.-Wahlplakaten.

Meine späteren Befürchtungen, damit womöglich einen unheilvollen Trend in Sachsen ausgelöst zu haben, erwiesen sich als unbegründet. Die FDP nannte sich damals in der Zone sowieso noch BFD, und die Allianz für Deutschland gewann die anstehenden Volkskammerwahlen am 18. März gleich haushoch.

Mit Ingo Schulze müßte ich allerdings noch mal über den Mopedfahrer aus „Die rechtschaffenen Mörder“ reden und über copyright bzw. eine einmalige Abfindung von vielleicht 60 DM.

Warum nun eigentlich dieser Grimm wider die Liberalen? Weil der Vater in der NDPD gewesen war? Unwahrscheinlich. Viel eher, denke ich, ging mir ganz allgemein das ganze Schmierentheater der FDP auf die Ketten, seit ich als Zehnjähriger im Fernseher das konstruktive Mißtrauensvotum gegen Helmut Schmidt angeschaut hatte. Bis hin zu einem 1989 sichtlich unter dem Einfluß halluzinogener Pilze stehenden Hans Dietrich Genscher, der ohne Hosen auf den Balkon der Prager Botschaft trat, um die Olympischen Winterspiele zu eröffnen – was letztlich im ausbrechenden Jubel der Menge ein wenig unterging. 

Womit Genscher ja dann in der Folge selbst enorm dazu beigetragen hat, daß in Jahnsbach die Leute ab 1990 größtenteils Feuerwehr wählten, und Helme wie jener seitdem an Popularität immer noch gewinnen.

Apropos Gewinn. Diese Kolumne ist nun zu Ende, und ihr normaler Preis wäre gewesen – wer weiß es, wer weiß es?

Aber, was wollte ich eigentlich? Ach ja: HERZLICH WILLKOMMEN AUF DIESER SEITE!

Und herzlich willkommen in der Sommerzeit.

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